28/02/2026
Innovation, Ausbildung und Nachhaltigkeit im Weinsektor
Netzwerk Wein in Siena und Florenz
Vom 23. bis 25. Februar hat das Netzwerk Wein in der Toskana Veranstaltungen zu den Themen grüne und digitale Transformation, berufliche Bildungssysteme sowie Zukunftsperspektiven des Weinsektors organisiert. Die Initiative brachte italienische und deutsche Partner zusammen, um die bestehende Partnerschaft zu stärken und neue Kooperationen zwischen den beiden regionalen Ökosystemen zu entwickeln – auch über das Projekt ConnActions hinaus.
Das Programm begann im Santa Chiara Lab der Universität Siena mit einer Vorstellung und einem Vergleich der italienischen und deutschen dualen Ausbildungssystemen. Ziel war es, unterschiedliche Ansätze zur Entwicklung von Kompetenzen im Weinsektor zu diskutieren. Beiträge kamen unter anderem von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, der Weinbau- und Gartenbauschule am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz in Neustadt an der Weinstraße, von Assoenologi, der Region Toskana sowie von der Stiftung Edmund Mach aus San Michele all’Adige. Die GastgeberInnen des Santa Chiara Lab stellten außerdem die Aktivitäten ihrer Labore im Bereich agrar- und lebensmittelbezogene Innovation sowie nachhaltige Landwirtschaft vor und präsentierten einige der derzeit laufenden Projekte.
Der zweite Tag war dem Kennenlernen der Region und ihrer lokalen Produktionsrealitäten gewidmet. Die Gruppe besuchte der Berufsschule „Bettino Ricasoli“ in Siena, wo die Aktivitäten der Schule und ihre Bedeutung für die Region vorgestellt wurden. Anschließend besuchten die Teilnehmenden das Weingut Villa Trasqua, das mit der Schule zusammenarbeitet und duale Ausbildungsprojekte mit dem italienischen Ausbildungsvertrag „apprendistato duale“ umsetzt. Dort hatten sie die Gelegenheit, mit einem Auszubildenden zu sprechen und so einen konkreten Einblick in dieses Ausbildungsmodell zu erhalten. Am Nachmittag wurde das Programm in Montalcino fortgesetzt, mit einem Besuch der Weinberge und des Weinkellers des ökodynamischen Weinguts Mastrojanni sowie einer geführten Verkostung der Weine der Region.
Den Abschluss bildete ein Workshop an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Florenz mit dem Titel „Grüne und digitale Transformation im Weinbau: Innovation, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit“. Die Beiträge widmeten sich zentralen Themen für die Zukunft des Sektors, darunter Technologien für nachhaltige Weinberge, Pflanzenschutzstrategien, Innovation im Keller sowie das Verhältnis zwischen Nachhaltigkeit und den Weinmärkten. Zudem präsentierte der Weincampus Neustadt an der Weinstraße seine dualen Studiengänge. In der abschließenden Diskussionsrunde wurden außerdem Grundlagen für zukünftige Kooperationen zwischen den universitären Partnern des Netzwerks gelegt.
Die drei Tage boten eine wichtige Gelegenheit zum Austausch zwischen Forschung, Ausbildung und Praxis und trugen dazu bei, die bilaterale Zusammenarbeit zu stärken sowie neue Perspektiven für Ausbildung und Innovation in der Weinbranche zu entwickeln.
