02/12/2025

Die Steinschule „Johannes Steinhäuser“

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Steinmetze in Lasa

Am 27. November besuchten die italienischen Partner des Netzwerks der Steinmetze die  Berufsfachschule für Steinbearbeitung „Johannes Steinhäuser“ in Laas – die derzeit einzige Schule in Italien, die auf den Beruf des Steinmetzes spezialisiert ist.

Die Berufsfachschule wurde ursprünglich 1870 unter dem Österreichisch-Ungarischen Kaiserreich gegründet, später Italien angegliedert und schließlich während der faschistischen Zeit geschlossen. In ihrer heutigen Form wurde die Berufsfachschule für Steinbearbeitung 1982 wiedergegründet – aus dem Bedürfnis heraus, eine jahrhundertealte Tradition vor dem Verschwinden zu schützen. Ohne eine spezialisierte Ausbildung wäre das Steinmetzhandwerk vom Aussterben bedroht gewesen. Heute bildet die Schule Steinmetze und Bildhauer aus, mit besonderem Schwerpunkt auf der Bearbeitung des renommierten Laaser Marmors. Die Ausbildung vermittelt weit mehr als nur technische Fertigkeiten: Sie ist stark in der künstlerischen Tradition der Steinbearbeitung verankert und bietet den Lernenden die Möglichkeit, eigene künstlerische, bildhauerische und architektonische Projekte zu realisieren. Auch wenn sie nicht im klassischen Sinne dual aufgebaut ist, stellt die Schule dennoch einen hochwertigen und professionellen Ausbildungsweg dar.

Aktuell besuchen rund 40 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 35 Jahren die Schule. Etwa drei Viertel von ihnen stammen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, ein Viertel aus Italien. Der internationale Ruf von Laas als Zentrum für Steinbearbeitung zieht Lernende aus ganz Europa an. Im Laufe ihrer Ausbildung erlernen die Schülerinnen und Schüler die traditionellen Techniken der Steinbearbeitung – vom Arbeiten mit dem handgeführten Meißel bis zur Gestaltung anspruchsvoller Marmorskulpturen. Die Ausbildung befähigt sie nicht nur für den klassischen Einsatz im Bauwesen: Die Absolventinnen und Absolventen werden zu Bildhauern und Steinkünstlern, die fähig sind, eigene Kunstwerke zu schaffen und damit zur Bewahrung und Weiterentwicklung dieses traditionellen Handwerks beizutragen.

Dank der hohen Qualität des einheimischen Marmors und der spezialisierten Ausbildung haben Künstler aus Laas internationale Anerkennung erlangt: Skulpturen, Monumente und Bauwerke aus Laaser Marmor sind heute weltweit zu finden. Die Schule spielt dabei eine entscheidende Rolle, indem sie eine jahrhundertealte Tradition lebendig hält und neuen Generationen die Chance bietet, ein traditionsreiches, aber zugleich zeitgemäßes Handwerk zu erlernen.

Während des Besuchs erläuterten die Lehrkräfte der Berufsfachschule den Aufbau sowie die Inhalte der Ausbildung. Die Partner hatten zudem die Gelegenheit, mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen und ihnen in den Werkstätten unmittelbar bei der Arbeit über die Schulter zu schauen – ein wertvoller Einblick in diese einzigartige handwerkliche Tradition.