16/03/2026
Richtung: Toskana und Emilia-Romagna!
Eine Studienreise zwischen Tradition, Ausbildung und Zukunftsperspektiven
Vom 10. bis 13. März fand die erste Studienreise des Netzwerks der Steinmetze statt – ein bedeutender Moment, bei dem italienische und deutsche Netzwerkpartner:innen aus den Bereichen Steinbearbeitung und berufliche Bildung erstmals persönlich zusammenkamen. Die Studienreise bot eine wertvolle Gelegenheit für Austausch und Dialog. Im Mittelpunkt standen der Vergleich von Erfahrungen, Kompetenzen und Ausbildungsansätzen sowie das gemeinsame Ziel, die bilaterale Zusammenarbeit zu stärken und neue Perspektiven zu entwickeln.
Der Auftakt erfolgte in Siena mit einem intensiven Austausch zwischen Bildungseinrichtungen an der Bauschule Siena, wo die Teilnehmenden den aktuellen Stand des Netzwerks und mögliche Entwicklungsschritte diskutierten. Der Besuch des Kunstgymnasiums „Duccio di Buoninsegna“ sowie die Analyse ausgewählter Steinobjekte im historischen Stadtzentrum vermittelten erste Einblicke in das Zusammenspiel von Ausbildung, Kulturerbe und traditionellen Techniken.
Am 11. März standen San Gusmè und Rapolano Terme im Mittelpunkt der Studienreise. Vor Ort konnten die Netzwerkpartner:innen konkrete Beispiele der Steinbearbeitung aus nächster Nähe kennenlernen. Durch den Besuch der Steinbrüche, des Unternehmens Querciolaie Rinascente, eines führenden Betriebs in der Gewinnung und Verarbeitung von toskanischem und römischem Travertin, sowie der Werkstatt des Handwerkers und Bildhauers Riccardo Grazzi, erhielten die Teilnehmenden vertiefte Einblicke in den Travertin. Die Besuche ermöglichten es, den gesamten Produktionsprozess – vom Rohmaterial bis zum fertigen Werkstück – nachzuvollziehen und verdeutlichten den hohen Stellenwert handwerklicher Fähigkeiten.
Am 12. März wurde die Studienreise in der Emilia-Romagna fortgesetzt. In Riola di Vergato und Grizzana Morandi, Regionen mit ausgeprägter Steinmetztradition, besuchte das bilaterale Netzwerk die „Bottega degli Scalpellini“ (Werkstatt der Steinmetze) der Associazione Fulvio Ciancabilla. Praktische Demonstrationen und der direkte Austausch mit Ausbildern und Handwerkern verdeutlichten die zentrale Rolle der Werkstatt bei der Vermittlung beruflicher Kompetenzen. Der Austausch mit lokalen Institutionen unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Ausbildung, Handwerk und regionaler Entwicklung. Die Besichtigung des Betriebs Mazzetti Marmi mit seiner modernen technischen Ausstattung verdeutlichte zudem das Potenzial der Verbindung von Tradition und Innovation.
Die Studienreise endete am 13. März im Rathaus der Gemeinde Vergato mit einer gemeinsamen Abschlusssitzung. Dabei wurden die nächsten Schritte des Netzwerks definiert und konkrete Ansätze für die weitere Zusammenarbeit festgelegt. Für das Steinmetznetzwerk stehen künftig insbesondere die Stärkung der handwerklichen Tradition, die Förderung der Denkmalpflege, die Weitergabe von Kompetenzen an junge Menschen sowie die Entwicklung gemeinsamer Strategien in Ausbildung und Kommunikation im Fokus.
Die Studienreise markiert einen wichtigen Schritt zur Vertiefung der deutsch-italienischen Zusammenarbeit und schafft eine solide Grundlage für zukünftige gemeinsame Projekte.
Berichte über die Studienreise in Artikeln der italienischen Presse:











