27/04/2026

Augenoptiker in Deutschland

DeutschlandOptikerStudienreise

Zwischen Karlsruhe und München: Ein Austausch über Gegenwart und Zukunft

Im April kam das Optikernetzwerk in Deutschland zusammen, um sich über den aktuellen Stand der Zusammenarbeit sowie über zukünftige Perspektiven der Partnerschaft auszutauschen. Das Programm wurde durch Besuche von Berufsbildungszentren im Bereich Augenoptik und Optometrie bereichert.

Am 22. April stand in Karlsruhe die Besichtigung des Aus- und Weiterbildungszentrums der Augenoptik (das größte und modernste Ausbildungszentrum im Bereich Augenoptik) an. Jährlich werden dort rund 1.500 Auszubildende aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen geschult. Neben der Vorstellung der Ausbildungsangebote durch die Ausbilder:innen berichteten auch Auszubildende aus ihrem Alltag, und die Netzwerkpartner:innen erhielten Einblicke in den Unterricht. Der Austausch bot zudem Gelegenheit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem deutschen und dem italienischen Ausbildungssystem herauszuarbeiten und insbesondere die enge Verzahnung von Theorie und Praxis zu beleuchten. So stellte das Istituto Zaccagnini seinen dualen Ausbildungsansatz in Italien vor und lieferte damit konkrete Vergleichspunkte zum deutschen Modell.

Am 23. April wurde das Programm in München fortgesetzt. Dort besuchte die Gruppe das Bildungszentrum für Augenoptik und Optometrie mit rund 1.000 Auszubildenden und etwa 60 Lehrkräften. Auch hier konnten die Netzwerkpartner:innen Unterrichtseinheiten und praktische Übungen verfolgen, darunter von den Auszubildenden durchgeführte optische Experimente. Dies bot Anlass, sich vertieft mit den sich wandelnden Kompetenzanforderungen im Sektor auseinanderzusetzen. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Workshop, in dem sowohl der aktuelle Stand der Zusammenarbeit als auch künftige Entwicklungsmöglichkeiten und die für Juli geplante Abschlussveranstaltung des Projekts ConnActions thematisiert wurden. Deutlich wurde dabei der gemeinsame Wunsch, die erfolgreiche Netzwerkarbeit fortzuführen und zugleich neue inhaltliche Schwerpunkte zu setzen, um den deutsch-italienischen Austausch weiter auszubauen.

Während der beiden Tage wurde die bisherige Zusammenarbeit gewürdigt und die erzielten Ergebnisse hervorgehoben. Zugleich bestätigten die Teilnehmenden den hohen Stellenwert des bilateralen Netzwerks als wirkungsvolles Instrument des fachlichen Austauschs, das einen konkreten Beitrag zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung in der Augenoptik und Optometrie in Italien und Deutschland leistet.

02/12/2025

Künstliche Intelligenz in der beruflichen Ausbildung

AIBerufOptikerTrendsZukunft

Präsentation von Prof. Dr. Gerholz

Am 11. November präsentierte Prof. Dr. Karl Heinz Gerholz im Rahmen des Netzwerktreffens der Augenoptiker spannende Einblicke zum Thema „Künstliche Intelligenz in der beruflichen Ausbildung“. Er zeigte, wie KI in der beruflichen Bildung eingesetzt werden kann, und stellte dabei vier zentrale Funktionen vor: die Unterstützung bei Recherche und Wissen, die Transformation von Informationen, Entscheidungsunterstützung sowie die Erstellung von Inhalten.

Auf Basis der Interviewstudie bei beruflichen Lehrkräften in Deutschland konnte gezeigt werden, dass aktuell 64 % der Lehrkräfte KI hauptsächlich zur Erstellung von Inhalten nutzen, während lediglich 2 % Chatbots als „Partner“ einsetzen, um Lernprozesse zu fördern. Dabei bietet KI großes Potenzial, Kreativität und kritisches Denken anzuregen und zugleich einem möglichen Kompetenzabbau entgegenzuwirken. Hierfür muss KI als Sparringspartner genutzt werden, unterstrich Prof. Dr. Gerholz, und nicht als Antwortmaschine.

Prof. Dr. Gerholz betonte, dass bei der Integration von KI in Ausbildungskontexte Lehrkräfte für den bewussten Einsatz der Technologien sensibilisiert werden müssen. Nur so können sie die Lernenden effektiv beim Aufbau kritischer Kompetenzen unterstützen und die von KI generierten Ergebnisse reflektiert bewerten.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Präsentation war der Einsatz von KI in handwerklichen Berufen und die damit verbundenen politischen Rahmenbedingungen. Das schnelle Wachstum von KI erfordert einerseits fundierte praktische Erfahrung im jeweiligen Berufsfeld, andererseits aber auch die Fähigkeit, digitale Prozesse kompetent zu steuern. Für Entscheidungsträger in Institutionen ist es daher notwendig, ihre Kenntnisse regelmäßig zu aktualisieren, um technologische Innovationen, deren Chancen und Risiken, realistisch einschätzen zu können.

Darüber hinaus ging Gerholz auf die besonderen Lerngewohnheiten der aktuellen Generation von Auszubildenden ein: kurze Aufmerksamkeitsspanne, hohe Technikaffinität, Vorliebe für kollaboratives Arbeiten sowie interaktive und ansprechende Lernformen. Vor diesem Hintergrund stellte er das Konzept des Microlearning vor, das auf kurzen, digital unterstützten Lerneinheiten basiert – eine Methode, die auch in technisch-handwerklichen Bereichen wie der Augenoptik eingesetzt werden kann.

Abschließend wurde die Nutzung von Mobiltelefonen in schulischen Kontexten diskutiert, ein Thema, das auch in Italien kontrovers diskutiert wird. Vier Ansätze wurden vorgestellt – von Laissez-faire über ein vollständiges Verbot bis hin zu Richtlinien, die von den Schüler:innen selbst entwickelt oder speziell auf den beruflich-unterrichtlichen Kontext zugeschnitten sind. Besonders die Student Generated Policies werden als wirkungsvoll angesehen, da sie Verantwortung und Bewusstsein bei den Lernenden fördern.

10/07/2025

Der Beruf der Augenoptiker:innen im Wandel – mit Blick in die Zukunft

BerufOptikerTrendsZukunft

Aktuelle Trends und Zukunftsaussichten

Auf der MIDO-Messe in Mailand, die im Februar 2025 stattfand, stellte das ConnActions-Augenoptikernetzwerk das Berufsbild der Augenoptiker:innen vor – ein Beruf im kontinuierlichen Wandel. Bei dem Beruf der Augenoptiker:innen handelt es sich nicht mehr nur um eine technische Tätigkeit, sondern zunehmend um eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Innovation und zwischenmenschlicher Kommunikation. Die steigende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften und hochwertigen Dienstleistungen eröffnet vielfältige Chancen – bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, die eine strategische Vision der Zukunft erfordern.  

Einige Eckdaten aus einem wachsenden Sektor  

Nach den von Unindustria (Verband der Industrie- und Wirtschaftsunternehmen) im November 2024 vorgelegten Daten zählt der Augenoptikersektor in Italien heute etwa 21.500 aktive qualifizierte Fachkräfte, die zu über 90% in Augenoptikerbetrieben beschäftigt sind, während die übrigen in Unternehmen, im Vertrieb oder in der Industrie arbeiten.  In Italien sind rund 10.000 Augenoptikzentren aktiv: ca. 75% davon sind unabhängige Unternehmen und 25% gehören zu organisierten Augenoptikergruppen oder -ketten. Zwar schließen jährlich ca. 650 bis 700 stattlich geprüfte Augenoptiker:innen ihre Ausbildung ab, jedoch übersteigt der Fachkräftebedarf weiterhin das Angebot. Dies zeigt eine deutliche Kluft zwischen dem Bedarf an Fachkräften und der Verfügbarkeit neuer Berufseinsteiger:innen.  

Moderne Ausbildung für ein modernes Berufsbild  

Um den Beruf der Augenoptiker:innen zukunftsfähig zu gestalten, ist kontinuierliche Weiterbildung entscheidend. Die sich wandelnden Sehbedürfnisse der Bevölkerung, der technologische Fortschritt sich sowie neue Geschäftsmodelle erfordern Ausbildungsformate, die flexibel, zeitgemäß und interdisziplinär gestaltet sind. Die Ausbildung kann sich nicht mehr auf eine technisch-wissenschaftliche Ausbildung beschränken: Soziale Kompetenzen, digitale Fähigkeiten, unternehmerisches Denken und Kommunikationsstärke sind gefragt. Die Augenoptiker:innen der Zukunft werden sich gekonnt im Spannungsfeld zwischen Gesundheitsversorgung und Wohlbefinden, technologischer Innovation und Kundenorientierung sowie zwischen fachlicher Expertise und unternehmerischem Handeln bewegen müssen. 

Welche Faktoren werden die Zukunft des Augenoptikerberufs beeinflussen? 

Der demografische Wandel – insbesondere die alternde Bevölkerung – wird die Nachfrage nach individuell angepassten Sehlösungen deutlich steigern. Gleichzeitig treiben Technologie und Digitalisierung die Einführung fortschrittlicher Diagnoseinstrumente voran. Künstliche Intelligenz und E-Commerce verändern nachhaltig das Einkaufs- und Betreuungserlebnis. Aus rechtlicher Sicht werden die Gesundheitsvorschriften, die Entwicklung der qualifizierenden Kompetenzen und die politischen Rahmenbedingungen direkten Einfluss auf die Rolle und Anerkennung der Augenoptiker:innen haben. Auch die Konsumgewohnheiten werden eine maßgebliche Auswirkung haben: Die Kund:innen sind besser informiert, anspruchsvoller und erwarten ein erstklassiges Erlebnis, das von hochwertigen Produkten bis zu individueller Fachberatung und umfassendem Service reicht. 

Angesichts des kontinuierlichen Wandels ist es heute wichtiger denn je, die Zukunft des Augenoptikers aktiv mitzugestalten. Für Augenoptiker:innen eröffnen sich neue Aufgabenfelder, die über die klassische Tätigkeit hinausgehen. Dazu zählen individuelle Sehlösungen, die auf unterschiedliche Altersgruppen und Lebensstile abgestimmt sind, ebenso wie präventive Maßnahmen und visuelle Screenings in Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen. Zudem gewinnt die unternehmerische Weiterentwicklung des Fachgeschäfts an Bedeutung – etwa durch Erlebnismarketing, Kundenbindungsstrategien und moderne Formen der Betriebsführung. Die Integration digitaler Instrumente – von Online-Plattformen über Fernberatung bis hin zu interaktiven Anwendungen – bietet zusätzliche Chancen. Darüber hinaus wird das Engagement in der Aus- und Weiterbildung sowie im Mentoring eine Schlüsselrolle spielen, um das Berufsbild der Augenoptiker zukunftsfähig zu machen und die nächste Generation zu stärken.  

Wege in eine erfolgreiche berufliche Zukunft 

Egal ob Berufseinsteiger:in oder erfahrene Fachkräfte: Wer den Wandel aktiv gestalten will, sollte gezielt in eine umfassende Weiterbildung investieren – insbesondere in den Bereichen Kommunikation, Betriebswirtschaft, Marketing und digitale Technologien. Auch der Einsatz moderner Technik spielt eine zentrale Rolle – sowohl im Arbeitsalltag als auch in der Kund:innenansprache und der Positionierung am Markt. Der Austausch mit Kolleg:innen, etwa durch die Teilnahme an Fachmessen, Kongressen, Fortbildungen oder Verbandsveranstaltungen, – stärkt das berufliche Netzwerk und eröffnet neue Perspektiven. Nicht zuletzt bedeutet Zukunftsfähigkeit auch, Veränderungen als Chance zu begreifen: Wer bereit ist, sein Angebot flexibel an neue Bedürfnisse anzupassen, legt den Grundstein für nachhaltigen Erfolg und kontinuierliches Wachstum. 

17/04/2025

Interview: Deutsch-italienische Verbindungen der Augenoptiker

InterviewKooperationOptiker

Dirk Schäfermeyer vom Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA)

In dem neuen Interview auf scivet.de spricht Dirk Schäfermeyer vom Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) über die deutsch-italienische Zusammenarbeit im Projekt ConnActions.  Die SCIVET-Koordinierungsstelle im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) begleitet das Projekt fachlich und strategisch als Teil des Begleitgremiums. Im Interview gibt Dirk Schäfermeyer spannende Einblicke in die Herausforderungen und Erfolge des Netzwerks der Augenoptiker – und zeigt, wie internationale Kooperation die Qualität beruflicher Bildung stärkt.

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14/02/2025

Richtung: Norditalien!

ItalienOptikerStudienreise

Studienreise des Netzwerks Augenoptiker in Italien 

Vom 10. bis 12. Februar 2025 unternahm das Optikernetzwerk eine Studienfahrt nach Mailand, Padua, Pieve di Cadore und Lozzo di Cadore, um sich über die Herausforderungen der Ausbildung von Optikern und Optometristen zwischen Italien und Deutschland auszutauschen und um Einblicke in die Augenoptikerausbildung in Italien zu gewinnen. Das erste persönliche Treffen des Netzwerks bot den Partnern die Gelegenheit, gemeinsam über die Zukunft des Netzwerks über das ConnActions-Projekt hinaus zu reflektieren. 

Erster Tag: Das Optikernetzwerk auf der MIDO in Mailand

Am Montag, den 10. Februar, stand der Besuch der MIDO auf dem Programm – einer der weltweit bedeutendsten Messen für Optik und Optometrie. Die Messe bot der deutsch-italienischen Delegation die Gelegenheit, sich über neue Technologien, Markttrends und die wachsende Internationalisierung der Branche auszutauschen. Auf der Vision Stage der MIDO stellten die Partner das Optikernetzwerk im Rahmen des Projekts ConnActions vor. Sie präsentierten das Arbeitsprogramm, erläuterten die Anerkennung italienischer und deutscher Qualifikationen für Optiker und Optometristen und erörterten zukünftige Herausforderungen sowie die Weiterentwicklung der Branche. Die Messe eröffnete zudem die Möglichkeit für einen intensiven Dialog über die Ausbildung und die Weiterentwicklung des Optikerberufs in beiden Ländern. 

Zweiter Tag: ConnActions-Workshop an der Universität Padua 

Am Dienstag, den 11. Februar, fand an der Universität Padua der ConnActions-Workshop des Netzwerks der Optiker statt. Im Rahmen des Workshops analysierten die Netzwerkpartner die Unterschiede zwischen den Ausbildungssystemen für Optiker und Optometristen in Italien und Deutschland. Zur Veranschaulichung der Diskussion wurden von den Netzwerkpartnern zwei Grafiken erstellt, die die unterschiedlichen Ausbildungswege in beiden Ländern darstellen. Der Workshop ermöglichte strategische Entscheidungen für die nächsten Schritte, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen. Im Anschluss besichtigte das Netzwerk die Labore der Universität. Darüber hinaus hatten die Netzwerkpartner die Gelegenheit, das Giovanni-Poleni-Museum zu besuchen und eine wertvolle Sammlung wissenschaftlicher Instrumente, darunter historische optische Geräte, die in Lehre und Forschung eingesetzt wurden, zu erkunden und so mehr über die Entwicklung der Optik zu erfahren. 

Dritter Tag: Im Herzen der italienischen Brillenindustrie in Pieve di Cadore und Lozzo di Cadore 

Am Mittwoch, den 12. Februar, ging die Reise nach Pieve di Cadore, dem Zentrum der italienischen Brillenproduktion. Die erste Station war das Brillenmuseum, das einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Brille bot – von historischen und sozialen Aspekten bis hin zu Innovationen in Materialien und Fertigungstechnologien. Während des Besuchs wurden auch Arbeiten der Schüler der Berufsschule für Augenoptiker L‘Istituto E. Fermi präsentiert. Anschließend vertiefte das Netzwerk das Thema der Optikerausbildung bei einem Besuch der Berufsschule für Augenoptik, l’Istituto E. Fermi. Dort erhielten die deutschen Partner einen klaren Einblick in das italienische Ausbildungssystem. Während der Besichtigung der Labore konnten die Netzwerkpartner den Ausbildungsprozess der Studenten aus erster Hand erleben. Die letzte Station war der Besuch der Brillenfabrik Luxol in Lozzo di Cadore, die seit 1969 Brillenfassungen für Sehhilfen und Sonnenbrillen herstellt. Luxol, ein Vorreiter des Made in Italy, behält den gesamten Produktionsprozess im Cadore-Gebiet. Bei der Führung durch die Brillenfabrik hatten die Netzwerkpartner die Gelegenheit, die Arbeitsabläufe und Fertigungstechniken aus nächster Nähe zu erleben. 

Die Studienreise bot eine wertvolle Gelegenheit, vertiefte Einblicke in die Augenoptikerausbildung beider Länder zu gewinnen und den Austausch über die Herausforderungen und Chancen der beruflichen Ausbildung im Optiksektor in Italien und Deutschland zu fördern.

09/11/2024

Optiker in Siena

OptikerSiena

Das Netzwerk Optiker beim Workshop in Siena

Am 6. November 2024 fand in Siena das erste Treffen zwischen italienischen und deutschen Vertretern der Modellnetzwerke und des Begleitgremiums des Projekts ConnActions statt.

Während des Workshops trafen sich die Vertreter des Netzwerks Augenoptiker, Anto Rosetti (Universität Padua) und Dirk Schäfermeyer (Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen), erstmals seit Projektbeginn persönlich: ein wichtiger Meilenstein für die Netzwerkarbeit.  Die Vertreter des Netzwerks nutzten die Gelegenheit, um mit dem Begleitgremium und den anderen Netzwerken in Kontakt zu treten. Das Begleitgremium bot unter anderem an, den Kontakt zwischen dem bilateralen Netzwerk und dem italienischen Gesundheitsministerium herzustellen, um die zukünftigen Arbeitsperspektiven des Netzwerks zu konkretisieren.

Präsentation des Netzwerks Optiker  Ziele und Fortschritte, Herausforderungen und Perspektiven

Dirk Schäfermeyer stellte die Hauptziele, das Arbeitsprogramm, den aktuellen Stand des Projekts, die Herausforderungen und die „Lessons Learned“ des Netzwerks vor. Das Ziel des Netzwerks ist es sicherzustellen, wie technologische Innovationen die Berufsausbildung beeinflussen, ohne dabei die Vision länder- übergreifender Standards bei der Ausbildung und Anerkennung der Berufsabschlüsse aus den Augen zu verlieren.

Dirk Schäfermeyer hob hervor, dass die Zusammenarbeit zwischen den Netzwerkpartnern dank der gemeinsamen abgestimmten Ziele, und eines methodischen und inhaltlichen Ansatzes, der zu konkreten Ergebnissen geführt habe, bisher besonders fruchtbar gewesen sei. Dazu gehören:

  • Kontakt mit den Stellen, die in beiden Ländern für die Anerkennung beruflicher Abschlüsse zuständig sind​, um dieses Thema zu vertiefen
  • Erstellung eines Berufsglossars der relevanten Fachbegriffe (deutsch-italienisch)
  • Erstellung einer Vergleichsliste der beruflichen Kompetenzen der Augenoptiker in beiden Ländern
  • Diskussion über die Zukunft der Augenoptiker

Dirk Schäfermeyer hat betont, dass eine kleine Arbeitsgruppe mit motivierten Partnern, die gemeinsame Ziele verfolgen und über dasselbe Fachwissen sowie unterschiedliche ergänzende Kompetenzen verfügen, auch bei bestehenden Sprachbarrieren gut funktionieren kann. Gleichzeitig wurde jedoch eine verstärkte Teilnahme der Gewerkschaften in die Netzwerkarbeit angeregt, um strukturierte Strategien zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Behörden sicherzustellen

Next Steps: Ausblick auf die nächsten Monate

Das Netzwerk wird weiterhin an der Optimierung der Vergleichsliste und des Berufsglossars arbeiten und das Thema der gegenseitigen Anerkennung von Berufsqualifikationen für Augenoptiker in beiden Ländern vertiefen.  Zudem wird geprüft, ob eine Customer Journey entwickelt werden kann, um die Unterschiede und Stärken der Ausbildungssysteme in Italien und Deutschland hervorzuheben und die bestehende Vergleichsliste ergänzen. Der Vorschlag befindet sich jedoch noch in der Entwicklungsphase und erfordert eine interne Abstimmung im Netzwerk hinsichtlich der Umsetzbarkeit.

Auch andere Netzwerke des ConnActions-Projekts haben Interesse an der Vergleichsliste und dem Berufsglossar gezeigt, was den Weg für eine gemeinsame Implementierung ebnet. Mit Begeisterung und Entschlossenheit setzt sich das Netzwerk Optiker dafür ein, die Verbindungen zwischen Italien und Deutschland zu stärken und zur Innovation sowie zum Wachstum des Berufs in einer zunehmend gemeinsamen und innovativen Perspektive beizutragen.

25/09/2023

Das Netzwerk Optiker entsteht

BlickOptikerZukunft

Zukunft im Blick.

Das Netzwerk Optiker besteht aus 8 italienischen und deutschen Akteuren aus den Regionen  Trentino-Südtirol, Venetien und Friaul-Julisch Venetien sowie in den deutschen Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Entstehungsgeschichte

Die deutsche Gruppe von Akteuren, die sich für den Call to Action beworben hatte, nahm daraufhin Kontakt zu einer Reihe von italienischen Partnern aus dem Augenoptiksektor auf. Die Akteure bildeten so eine Partnerschaft, die im September 2023 vom Begleitgremium ConnActions als eines von sechs bilateralen Modellnetzwerken ausgewählt wurde.

Kick-Off des Netzwerks

Im Januar 2024 hat das Netzwerk die Aktivitäten mit einem Online-Kick-Off-Treffen gestartet, an dem auch einige Vertreter des Begleitgremiums teilnahmen. Die Gruppe hat einen ersten Entwurf des Arbeitsprogramms erarbeitet und einen Überblick über die beruflichen Laufbahnen in Optik und Optometrie in Italien und Deutschland gegeben. Dabei wurde auch über die Möglichkeit diskutiert, in den folgenden Monaten eine Studienreise zu organisieren.
Außerdem schlug die Gruppe vor, im Januar ein Online-Treffen zu veranstalten, zu dem auch die anderen fünf Netzwerke von ConnActions eingeladen wurden, um sich umfassender über die dualen Berufsausbildungssysteme in Italien und Deutschland auszutauschen und zu diskutieren.