06/10/2025

Fokusgruppe in Pavia

Focus GroupGenussPavia

Projekte für nachhaltige Schülerfirmen

Zwei intensive Tage voller Treffen, Austausch und Projektarbeit prägten die Fokusgruppe des Genuss-Netzwerks, die am 2. und 3. Oktober 2025 in Pavia stattfand, im Rahmen der von der Industrie- und Handelskammer Pavia, Cremona und Mantova veranstalteten Veranstaltung mit dem Titel: „Präsentation des Modells zur Gründung nachhaltiger Schülerfirmen“.

Die Initiative brachte Schulleiter, Schüler und Vertreter der Institutionen zusammen, mit dem Ziel, Modelle für nachhaltiges Unternehmertum von Jugendlichen vorzustellen und neue Möglichkeiten für die berufliche Ausbildung zu eröffnen. Zu den wichtigsten Momenten gehörte die Präsentation des deutschen Modells durch Martin Häussler, Lehrer an der „Georg von Langen Schule“ in Holzminden und regionaler Koordinator für nachhaltige Schülerfirmen in Niedersachsen, sowie Andreas Hölzchen, Schulleiter, die die erfolgreichen Erfahrungen der Nachhaltigen Schülerfirmen (NASch – Nachhaltige Schülerfirmen) vorstellten. Das Genuss-Netzwerk wurde im Rahmen des Projekts ConnActions, koordiniert von AHK Italien, präsentiert, zusammen mit der Ankündigung des ersten Pilotprojekts zwischen der „Schülerfirma 13“ der „BBS2“ in Wolfsburg und dem „ODPF Istituto Santachiara“ in Voghera und Stradella. Am Vormittag erläuterte Herr Dr. Manna vom Ministerium für Bildung und Leistung die italienischen Erfahrungen mit Schulfirmen an technischen Schulen und betonte, wie diese Einrichtungen eine konkrete Brücke zwischen Ausbildung und Arbeitswelt darstellen.

Die Fokusgruppe setzte sich anschließend mit einem gemeinsamen Workshop fort, der drei bilaterale Arbeitsgruppen des Netzwerks Genuss einbezog:

  1. „Schülerfirma 13“ der „BBS2“ in Wolfsburg und „ODPF Santachiara“,
  2. „Berufsfachschule APolf“ und „Ausbildungszentrum ENAIP“ sowie „Walter Gropius Schule“ in Hildesheim,
  3. „Agrarschule Gallini“ und die „Schülerfirma der IGS List“ in Langenhagen.

Die Teams teilten Erfahrungen, Ideen und Werkzeuge, um drei Pilotprojekte für bilaterale Schülerfirmen zu entwickeln, mit dem Ziel, eine gemeinsame rechtliche Grundlage zu finden, die diese Bildungserfahrungen aufwertet. Häussler und Hölzchen gaben operative Hinweise auf Basis der Erfahrungen der deutschen NASch-Netzwerke.

Nicht fehlen durften Besuche der Bildungseinrichtungen vor Ort, darunter die Agrarschule „Gallini“, die Aktivitäten im Bereich Landwirtschaft und nachhaltige Innovation präsentierte, sowie der Besuch der Herbstmesse „Autunno Pavese“, organisiert von der Industrie- und Handelskammer mit Ständen lokaler Produzenten. Große Wertschätzung fand auch das Mittagessen in den Ausbildungszentren „Santachiara“ in Stradella und „APolf in Pavia“, wo die Schüler die Gerichte zubereiteten und servierten, wodurch ihr Engagement und die Qualität der lokalen Produkte sichtbar wurden.

Die Veranstaltung bestätigte den Wert der Zusammenarbeit zwischen italienischen und deutschen Schulen und die zentrale Rolle nachhaltiger Schülerfirmen als Instrumente für Wachstum, Innovation und berufliche Ausbildung.

25/06/2025

Genuss in Rom

Binationale SchülerfirmaGenussRom

Auf dem Weg zu einer binationalen nachhaltigen Schülerfirma 

Am 12. Mai nahm das Netzwerk Genuss, vertreten durch Referentin Ivana Marenzi, an einem institutionellen Treffen im italienischen Schulministerium teil. Im Mittelpunkt standen das deutsche Modell nachhaltiger Schülerfirmen sowie das Projekt zur Gründung einer Start-up binationalen nachhaltigen Schülerfirma. Die Vertreter:innen des Ministeriums bekundeten besonderes Interesse an der Projektidee des Netzwerks – insbesondere im Hinblick auf eine mögliche rechtliche Anpassung nicht simulierter Schulbetriebe in Italien und auf die angestrebte Einführung eines neuen Labels unter dem Namen „Made in MIM“. Am Nachmittag wurde in Unioncamere über Finanzierungsmöglichkeiten durch die italienischen Handelskammern sowie über aktuelle Maßnahmen zur Unterstützung schulischer Betriebsformen diskutiert. Der Austausch von Best Practices, Materialien und operativen Ansätzen vertiefte die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten. 

Das Thema Schülerfirmen spielt auch im weiteren Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung eine zentrale Rolle und wurde daher ebenfalls beim Technical Meeting im Juni zwischen der italienischen und der deutschen Delegation aufgegriffen – im Fokus die Kompetenzen, die durch die Arbeit in Schulbetrieben gefördert werden, sowie den Entwicklungsperspektiven in beiden Ländern. Am 23. Juni wurde Ivana Marenzi erneut nach Rom diesmal zu INAPP eingeladen, um über den aktuellen Stand der Netzwerkaktivitäten sowie über Chancen und Herausforderungen des Projekts zu berichten. Auch Miriana Bucalossi (Region Toskana) und Emmanuele Massagli (LUMSA-Universität Rom) beteiligten sich an der Diskussion. Ihre Beiträge konzentrierten sich auf das Konzept der nicht simulierten Schulbetriebe in Italien sowie auf bereits bestehende regionale Best Practices. 

Parallel dazu hat das Netzwerk Genuss erste konkrete Schritte zur Umsetzung eines digitalen Pilots über die Moodle-Plattform unternommen. Dieses agile und replizierbare Modell dient dazu, die Funktionsweise zu erproben und mögliche Herausforderungen zu identifizieren – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Realisierung der binationalen nachhaltigen Schülerfirma. 

07/04/2025

Nachhaltige Schülerfirmen

GenussNachhaltigkeitSchülerfirmen

Bildung trifft Nachhaltigkeit

Nachhaltige Schülerfirmen sind von Schülerinnen und Schülern geführte Unternehmen, die Theorie mit Praxis verbinden und dabei ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliches Denken miteinander vereinen. Sie bieten Jugendlichen die Möglichkeit, unternehmerische Fähigkeiten zu entwickeln, berufliche Kompetenzen aufzubauen und aktiv zur Nachhaltigkeit beizutragen – ein Ansatz, der sowohl die Umwelt schont als auch soziale Verantwortung fördert. Solche Projekte unterstützen nicht nur die Vermittlung von Fachwissen, sondern auch die Entwicklung von Teamarbeit, Kundenservice, Organisation, betriebswirtschaftlichem Denken und handwerklichem Geschick. Sie tragen dazu bei, junge Menschen auf die Herausforderungen des Berufslebens vorzubereiten und ein Bewusstsein für nachhaltige Produktions- und Konsumprozesse zu schaffen. 

Ein herausragendes Beispiel für eine nachhaltige Schülerfirma ist die „Schülerfirma 13″ der BBS II Wolfsburg, Partner des Netzwerks Genuss. Gegründet im Jahr 2023, ist die „Schülerfirma 13“ Deutschlands größte Schülerfirma im Bereich Ernährung. Die SchülerInnen betreiben eigenständig moderne, nachhaltige Cafeterien an zwei Standorten der Berufsschule. Die Firma erfüllt dabei konsequent die Nachhaltigkeitsprinzipien der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) – bereits bei ihrer Gründung wurden 13 dieser 17 Ziele dauerhaft umgesetzt, daher der Name der Firma. Ein zentrales Merkmal der „Schülerfirma 13“ ist die Verwendung regionaler und saisonaler Zutaten, um Umweltbelastungen zu minimieren und die lokale Wirtschaft zu stärken. Unter der Leitung der Lehrkräfte Till Weinert und Helge Kletti lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Zubereitung gesunder Speisen, sondern erwerben weitere berufliche Kompetenzen wie Lebensmittelmanagement, Hygienestandards, Kundenkommunikation und betriebswirtschaftliche Abläufe. 

Darüber hinaus hat die „Schülerfirma 13“ eine soziale Ausrichtung: Schülerinnen und Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf werden gezielt gefördert, wodurch berufliche und persönliche Perspektiven eröffnet werden. Die Firma arbeitet eng mit Partnern wie Slow Food, dem Ernährungsrat sowie dem Deutschen Roten Kreuz Wolfsburg zusammen. Ein besonders innovatives Projekt ist die Entwicklung einer bilateralen nachhaltigen Schülerfirma in Kooperation mit Partnerschulen in Italien im Rahmen des ConnActions Netzwerks Genuss. Dieses Projekt fördert den Austausch von Wissen, Forschung und Best Practices in der dualen Ausbildung auf internationaler Ebene.

Zitate von Schülerinnen und Schülern 

“Ich hätte nie gedacht, dass ich in der Schule so viel Verantwortung übernehmen kann. Hier fühle ich mich gebraucht und wertgeschätzt – das motiviert mich, weiterzumachen.” 

„Ich dachte immer, Chef sein heißt im Büro sitzen und den ganzen Tag Anweisungen geben. Jetzt weiß ich, dass man hart arbeiten, vieles organisieren und das Team motivieren muss.“ 

09/11/2024

Genuss in Siena

GenussSiena

Das Netzwerk Genuss beim Workshop in Siena

Am 6. November 2024 fand in Siena das erste Treffen zwischen italienischen und deutschen Vertretern der Modellnetzwerke und des Begleitgremiums des Projekts ConnActions statt.

Am Workshop in Siena nahmen für die deutschen Partner Ivana Marenzi (Forschungszentrum der Leibniz Universität Hannover) und für die italienischen Partner Stefania Fecchio (Berufsbildungszentrum Santa Chiara in Pavia) teil. Der Austausch mit den anderen Netzwerken war von zentraler Bedeutung, um nützliche Kontakte für die Umsetzung der Netzwerkziele zu knüpfen und erfolgreiche Methoden für die bilaterale Zusammenarbeit kennenzulernen.  Während des Workshops hatten sie die Gelegenheit, mit der Begleitgremium in Kontakt zu treten und die Fortschritte und Zukunftsaussichten ihres Arbeitsprogramms zu besprechen.

Das Engagement des Netzwerks Genuss für nachhaltige Schülerfirmen

Ivana Marenzi stellte die Hauptziele, das Arbeitsprogramm, den aktuellen Stand des Projekts, die Herausforderungen und die „Lessons Learned“ des Netzwerks vor und erinnerte daran, dass das Endziel der Austausch bewährter Verfahren und die Definition von Qualitätsstandards für die duale Ausbildung in der Gastronomie ist.

In den vergangenen Projektmonaten hat sich das Netzwerk vor allem darauf konzentriert, die Erfahrungen der „Schülerfirmen“ in Niedersachsen auch in Italien zu nutzen und in Zukunft eine bilaterale Schülerfirma zu gründen.  Schülerfirmen fungieren als außerschulische Lernorte und bieten Möglichkeiten für Praktika, Ausbildungsplätze und internationale Mobilität sowie Chancen zur Berufsorientierung und Integration.  Das Netzwerk beabsichtigt, zunächst ein italienisches Schülerfirmenprojekt zu entwickeln und es dann bilateral zu machen, indem es den zuständigen Institutionen zur Förderung des Modells vorgelegt wird.

Nächste Schritte: Was ist vom Netzwerk Genuss in den kommenden Monaten zu erwarten?

Die während des Workshops in Siena gesammelten Ideen und die Synergien mit den Netzwerken Berufsorientierung und Kunsthandwerk haben das Netzwerk Genuss dazu veranlasst, mehrere Arbeitsgruppen einzusetzen: Durch die Analyse und  den Vergleich sowie die Organisation der bisher erhaltenen Informationen werden sie bis März 2025 den pädagogischen, didaktischen, rechtlichen und steuerlichen Rahmen für die Gründung einer italienischen nachhaltigen Schülerfirma ausarbeiten. Die Gründung einer nachhaltigen Schülerfirma ist für die erste Hälfte des Jahres 2026 geplant.

17/06/2024

Richtung: Hannover!

GenussHannoverStudienreise

Richtung: Hannover!

Das Netzwerk Genuss hat vom 11. bis 13. Juni eine Studienreise nach Hannover organisiert, um das Funktionieren der nachhaltigen Schülerfirmen (NASCH) zu vertiefen und sich über die berufliche Ausbildung im Gastronomiebereich.

Erster Tag

Am Dienstag, dem 11. Juni, fand im Rathaus Hannover in Anwesenheit des italienischen Generalkonsuls in Hannover, David Michelut, der Stadtverwaltung und zahlreichen Vertretern der örtlichen Institutionen  die Eröffnungsveranstaltung der Delegationsreise statt. Die Restaurationsbetriebe des Rathauses von Hannover stellten ihren beruflichen Ausbildungsweg im Gastronomiebereich vor, und die Delegation besichtigte die hauseigenen Ausbildungsbetriebe Gartensaal und Kantine. Die Handelskammer von Pavia erläuterte anschließend ihre Zertifizierungsverfahren für übergreifende Kompetenzen in diesem Sekto r. Der Tag endete mit einer Verkostung typischer Produkte aus dem Oltrepò Pavese.

Zweiter Tag

Am Mittwoch, den 12. Juni, besuchte das Netzwerk die IdeenExpo, einer Fachmesse für die Berufsorientierung und Hub für die NASCH (Nachhaltige Schülerfirmen) in Niedersachsen.  Das Netzwerk hatte die Möglichkeit, die NASCH 13 und die BBS II Wolfsburg kennenzulernen. Im Rahmen von speziellen Workshops in den Ausstellungsräumen tauschten die Netzwerkteilnehmenden ihre Gedanken und Reflexionen über die NASCH aus.

Dritter Tag

Am Donnerstag, den 13. Juni, traf sich das Netzwerk in den Räumlichkeiten des L3S-Forschungszentrums der Leibniz Universität, um in einem Workshop konkret an den Zielen des Arbeitsprogramms zu arbeiten. Am Nachmittag fuhren die Partner nach Langenhagen zur NASCH Imkerei List. Hier wurden die Voraussetzungen und Bedingungen für die Gründung einer NASCH eingehend diskutiert. Darüber hinaus konnte das Netzwerk die Produktionsräume besichtigen und die Aktivitäten der NASCH hautnah erleben.

25/09/2023

Das Netzwerk Genuss entsteht

GenussGeschmackNachhaltigkeit

Der Geschmack der Nachhaltigkeit.

Das Netzwerk Genuss besteht aus 27 Akteueren aus dem Oltrepò Pavese in der Lombardei und aus Niedersachsen, insbesondere aus Hannover. 

Entstehungsgeschichte

Das Netzwerk beteiligte sich an dem Call to Action als bilaterale Partnerschaft, dank der bereits bestehenden Beziehungen und Vernetzungen aus früheren Projekten. Das angestrebte Modellnetzwerk wurde dem Begleitgremium im Juni 2023 vorgestellt. Nach der Aufforderung, einen internen Lenkungsausschuss zu gründen, um diese große Gruppe von Akteuren effektiv zu koordinieren, wurde das Netzwerk im September vom Begleitgremium als eines der sechs bilateralen Modell-Netzwerke ausgewählt.  

Kick-Off des Netzwerks

Am 27. und 28. November nahm das Netzwerk seine Arbeit mit einem Online-Kick-Off-Meeting auf, bei dem die organisatorischen und strukturellen Aspekte des Projekts eingehend geprüft und die Stärken, Kompetenzen und Erfahrungen der verschiedenen Netzwerkakteure ermittelt wurden. Außerdem wurde ein erster Entwurf des Arbeitsprogramms mit dem Schwerpunkt auf dem Thema Nachhaltige Schülerfirmen (NASCH) festgelegt und die Leitungsstruktur des Netzwerks mit einem internen Lenkungsausschuss aus 7 Mitgliedern formalisiert. 

Nächste Schritte

Das Netzwerk vereinbart, sich im Januar 2024 online zu treffen, um gegenseitige Informationen und bewährte Modelle des dualen Berufsbildungssystems, insbesondere in der Gastronomie in Italien und Deutschland, auszutauschen.